Zwischenlandung in Dubai

Ein kurzer Zwischenbericht aus Dubai: Der Abflug in Delhi heute Morgen hat sich verzoegert und ich habe meinen Anschlussflug nach Europa verpasst. Grosszuegig hat mich nun die Fluggesellschaft “Emirates” im Hotel Capitol untergebracht, mit 270 Dollars meine mit Abstand teuerste Uebernachtung bis anhin. Dubai ist das pure Gegenteil von Delhi: sehr sauber, ruhig, kein nerviges Gehupe, jeder Strassenzug perfekt gebaut, jedes Gruenplaetzchen liebevoll hergerichtet, alles wirkt neu, nichts ist kaputt, kein Randstein ist beschaedigt, der Strassenasphalt Formel-Eins tauglich, schlichtweg perfekt, aus einem Guss. Der Flug in der Boeing 777-300 mit Monitoren, vielen Videogames, einer grossen Musikbibliothek und etlichen zur Verfuegung stehenden Filmen, stimmt auf Dubai ein. “Play it again, Sam !” hiess es fuer mich diesen Nachmittag.

Irgendwie bin ich froh, Indien den Ruecken gekehrt zu haben. Das indische Voelkchen versucht bei jeder Gelegenheit, die Touristen ueber den Tisch zu ziehen. Wenn sogar beim Kauf von WC-Papier minutenlang gefeilscht werden muss, hat man irgendwann mal die Nase voll. Der Laerm und der Gestank sind ein Thema fuer sich.

Das Taxi, das um 6:30 vor dem Hotel stehen sollte , ist natuerlich mit einer halben Stunde Verspaetung gekommen. Man wollte noch andere Touristen mitnehmen, die allerdings zum “Domestic” Flughafen fahren wollten. In diesen Situationen heisst die Devise: grob sein und die Leute anschreien. Etwas das ich besonders hier in Indien gelernt habe. Der Taxichauffeur ist dann schnurstracks zum International Airport gefahren, seinem Versuch, mir noch zusaetzliche 50 Rupees fuer den
Transport des Fahrrades abzuknoepfen, war selbstverstaendlich kein Erfolg beschieden.

Das Security-Personal im Flughafen scheut sich gar nicht, fuer seine Dienste einen “Tip” zu verlangen. Mein suspektes Gepaeck haette nochmals durch einen Angestellten durchsucht werden muessen, mit einem kleinen Bakshish ist mein Gepaeck aber sofort auf das Rollband gelandet. Und meine Diafilme mussten – ohne Blickes gewuerdigt zu werden – nicht durch die Roentgenmaschine. Ich sah halt vertrauenswuerdig aus. Selbst meine Zeltheringe, die ich bloederweise im Handgepaeck hatte, haben unbesehen den Weg nach Dubai gefunden.

Ich geniesse nun die friedliche Abendstimmung hier in Dubai, werde wie ein Koenig im Hotel Capitol speisen und bereits Morgen in Paris sein.

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